1.3 Kryptographie
Die Kryptographie (Verschlüsselung) war schon vor dem
Computerzeitalter hoch entwickelt. Das ist kein Wunder - spielte
doch die Verschlüsselung von Nachrichten bei den Militärs schon
lange eine große Rolle. Neben den Militärs wollen heute auch
Banken, Firmen, Geheimdienste und andere Leute ihre Daten so speichern
oder übermitteln, daß nur der rechtmäßige Empfänger in der Lage ist,
sie zu lesen. Die Verschlüsselung geht so vor sich, daß der
unverschlüsselte Klartext, der aus einer
Folge von Bits besteht, mit einem sogenannten Schlüssel, der
ebenfalls aus einer Folge von Bits besteht, so umgesetzt wird,
daß eine völlig andere Folge von Bits entsteht. Für denjenigen, der
die Daten geheimhalten möchte, gibt es jedoch Gefahren. So könnte
ein neugieriger Dritter alle möglichen Schlüssel ausprobieren.
Diese Gefahr kann man klein halten, indem man den Rechenaufwand,
der zum Durchprobieren aller Schlüssel notwendig
ist, so groß macht, daß er die Rechenkapazität aller heutigen und in
absehbarer Zukunft gebauten Supercomputer bei weitem übersteigt.
Eine in diesem Sinne anerkannt sichere Verschlüsselungsmethode
ist der Data Encryption Standard ( DES).
Ein weiteres Risiko der Kryptographie war lange Zeit die Notwendigkeit,
neben den verschlüsselten Daten auch die Ver- bzw. Entschlüsselungsfunktion
an einen Empfänger senden zu müssen, so daß ein Unbefugter die Daten unter
Umständen entschlüsseln konnte. Eine Abhilfe schafften Systeme, bei denen
die Verschlüsselungsfunktion von vornherein bekannt ist
( Public Keys) und nur die Entschlüsselungsfunktionen geheim bleiben.
Für die Entschlüsselung gibt es aber so viele Möglichkeiten,
daß das Testen aller Möglichkeiten nicht mehr praktikabel ist.
Ein solches System ist das RSA-System, benannt
nach Rivest, Shamir und Adleman 1978. Es basiert
auf Erkenntnissen aus der Zahlentheorie. Das Prinzip besteht darin, daß
es leicht ist, zwei große Primzahlen zu multiplizieren, aber
sehr aufwendig, deren Produkt - wenn man die beiden Primzahlen
nicht kennt - in seine Primfaktoren zu zerlegen.