Cache
Die Zeit, die von der Anforderung von Daten bis zu deren Bereitstellung
vergeht, wird allgemein als Zugriffszeit bezeichnet. Heutige
Standard-RAM-Chips haben Zugriffszeiten von etwa 60 bis 80 Nanosekunden
(etwas weniger als der 10 Millionste Teil einer Sekunde). Sehr schnelle
(und damit teure) RAM-Chips haben eine Zugriffszeit von 10 Nanosekunden.
Weil die Steuer- und Rechenwerke mittlerweile schneller als
Standard-RAM-Chips arbeiten, wählt man als Kompromiß häufig
Speicher- Cache-Verfahren (Pufferung). Dabei hat der Prozessor
Zugriff auf einen einige dutzend bis hunderte Kilobyte
großen, besonders schnellen Arbeitsspeicher. Wenn Daten aus einem anderen
Bereich des Arbeitsspeichers benötigt werden, dann werden diese Daten
zunächst in den Cache kopiert. Dazu ist zwar eine gewisse Zeit und ein
gewisser Verwaltungsaufwand erforderlich, dann kann nachher aber um so
schneller auf diese Daten zugegriffen werden. Diesem Verfahren kommt
entgegen, daß in Programmen Sprünge über große Adreßbereiche relativ selten
sind. Wenn also ein komplettes Segment in den Cache übertragen wird, kann die
CPU meist einige Zeit damit arbeiten, bevor ein neuer Zugriff auf andere
Speicherbereiche notwendig wird. Auf einigen modernen CPU-Chips ist
neben dem Steuerwerk und dem Rechenwerk auch ein solcher Cache-Speicher
untergebracht (zum Beispiel 8 Kilobyte Cache auf dem 80486-Prozessor,
16 Kilobyte auf dem Pentium-Prozessor), auf den die Zentraleinheit
mit ihrer vollen Arbeitsgeschwindigkeit (Taktfrequenz) zugreifen kann.